Dazu fand am 26. Januar 2026 in der SHK-Innung ein Treffen der Projektbeteiligten statt. Vertreter Berliner und Münchener Handwerksbetriebe und auch der Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) nahmen ebenfalls daran teil.
Das Projekt „Cool Down“erforscht, wie bestehende Fernwärmesysteme für die Wärmewende fit gemacht werden können. Entscheidend dafür ist die Absenkung der Rücklauftemperaturen in Bestandsgebäuden, da sie die Nutzung erneuerbarer Wärmequellen erst ermöglicht. Hohe Rücklauftemperaturen entstehen vor allem in den Gebäuden selbst – häufig durch veraltete Technik oder falsche Einstellungen. Wohnungswirtschaft und SHK‑Handwerk nehmen daher eine Schlüsselrolle ein. Während die technischen Lösungen weitgehend bekannt sind, bremsen vor allem organisatorische und wirtschaftliche Hemmnisse den Fortschritt. Frühzeitiges und koordiniertes Handeln ist jedoch entscheidend für die Umsetzung.
Besonders relevant sind Hausstationen, Trinkwarmwasserbereitung und Heizkörper, bei denen falsche Dimensionierung, Verschmutzung oder fehlende Regelung oft zu hohen Rücklauftemperaturen führen. Alle Akteursgruppen erkennen den Handlungsdruck, doch Zuständigkeiten und gemeinsame Steuerungsgrößen fehlen. Für das SHK‑Handwerk ist das Thema eine konkrete Installationsaufgabe im Heizungsraum: Schon einfache hydraulische Nachjustierungen können große Wirkung entfalten. Rücklauftemperaturen werden damit zu einem Qualitätsmaßstab und eröffnen neue Geschäftsmodelle im Service und in der Betriebsoptimierung.
Alle Projektbeteiligten von „Cool Down“ bekennen sich zum Ziel einer signifikanten Absenkung der Rücklauftemperatur und sehen in der Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft und Handwerk einen entscheidenden Hebel, um strategisch Maßnahmen der Absenkung zu planen.
Im nächsten Projektabschnitt wird eine strukturierte, technisch ausgerichtete Checkliste entwickelt, die Fachbetrieben eine systematische und zeitsparende Schwachstellenanalyse bestehender Anlagen ermöglicht. Die Prüfpunkte umfassen unter anderem die Bewertung der einzelnen Stationen im Gebäude, die Erfassung der Temperatur, die Analyse der Hydraulik, die Identifikation von Anlagenfehlern oder die Bewertung von Wärmetauschern. Die daraus abgeleiteten Befunde dienen anschließend als belastbare Datengrundlage für die planerischen Überlegungen zur Absenkung der Rücklauftemperaturen.
Das Treffen wurde von allen als ausgesprochen impulsgebend bezeichnet. "Cool Down" ist auf einem guten Weg, Fernwärme zukunftssicher zu machen.
