WESPE brachte Forschung in die Betriebe

Wie lassen sich Wärmepumpen schneller und produktiver einbauen, ohne Abstriche bei Qualität und Sorgfalt zu machen? Das Forschungsprojekt WESPE hat diese Frage entlang der gesamten Prozesskette untersucht.

Bei der Abschlussveranstaltung am 17. September 2026 in Berlin stellten der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und die Projektpartner ihre Ergebnisse vor. Die Innung SHK Berlin hat federführend daran mitgewirkt, die Erkenntnisse mit dem WESPE-Check und der Wissensplattform für den betrieblichen Alltag zu entwickeln und aufzubereiten.

Die Untersuchungen zeigen: Potenziale liegen nicht allein in der Montage. Auch Kundenkontakt, Planung, Angebot, Abstimmung und Dokumentation beeinflussen, wie viel Zeit Fachkräfte auf der Baustelle sinnvoll einsetzen können. WESPE betrachtet deshalb den gesamten Ablauf und fragt, wo sich Wege, Wartezeiten und Doppelarbeit verringern lassen.

Im Projekt analysierten das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE physische und digitale Prozesse. Das Fraunhofer ISE entwickelte zudem das digitale Planungstool „Heatpump PlanAR“. Die Hans Schramm GmbH brachte die Perspektive der Handwerkspraxis ein. Die Innung SHK Berlin übernahm eine wichtige Rolle bei Qualifizierung und Wissenstransfer: Sie arbeitete daran, die Forschungsergebnisse in verständliche, unmittelbar nutzbare Hilfen für SHK-Betriebe zu übersetzen.

Die Praxis war dabei ein wesentlicher Maßstab. Insgesamt beteiligten sich 15 Handwerksbetriebe am Projekt. Die Innung SHK Berlin dankt allen Innungsbetrieben, die Baustellen und Arbeitsabläufe für Auswertungen zugänglich gemacht haben, ebenso wie den Betrieben, die in der Feldstudie digitale Werkzeuge erprobt und ihre Erfahrungen offen geteilt haben. Ihre Rückmeldungen haben dazu beigetragen, Hindernisse und Verbesserungsmöglichkeiten aus Sicht des Arbeitsalltags zu bewerten.

Die Innung SHK Berlin hat die Konzeption und praxisnahen Ausgestaltung des WESPE-Checks und der Wissensplattform entworfen und gestaltet. Der Check führt Betriebe durch ihre Abläufe beim Wärmepumpeneinbau und gibt ihnen eine strukturierte Selbsteinschätzung. Damit können sie erkennen, welche Prozesse bereits klar geregelt sind und wo sich eine genauere Betrachtung lohnt.

Die Wissensplattform führt die Projektergebnisse entlang von sieben Prozessschritten zusammen. Eine interaktive Prozessgrafik eröffnet den Zugang zu konkreten Hinweisen, Arbeitshilfen und Erfahrungen aus der Praxis. Bei der Aufbereitung standen unterschiedliche Betriebsstrukturen im Blick: Die Angebote sollen Anregungen liefern, die ein Betrieb auf seine eigenen Abläufe übertragen kann.

Ergänzend entwickelt der ZVSHK den Open Datapool weiter. Künftig sollen dort auch Produktdaten zu Wärmepumpen nach VDI 3805 Blatt 22 für digitale Planungsprozesse recherchierbar und abrufbar sein.

WESPE steht für „Wärmepumpen-Einbau Schneller, Produktiver und Effizienter“. Das dreijährige Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und vom ZVSHK koordiniert. Projektpartner waren die Fraunhofer-Institute IBP und ISE, die Hans Schramm GmbH und die Innung SHK Berlin. Industrie, Handel sowie Verbände und Organisationen unterstützten das Vorhaben über Drittmittel und den Projektbeirat.

Weitere Informationen sowie WESPE-Check und Wissensplattform hier.