SANQ-Fachtagung zu Nach- und Teilqualifizierung

Am 22. September 2026 veranstaltete SANQ e. V. in den Räumen der Innung eine Fachtagung zum Thema Nach- und Teilqualifizierung als Bausteine der Fachkräftesicherung.

© die Hoffotografen

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie berufliche Erfahrungen und bereits vorhandene Kompetenzen von Erwachsenen besser genutzt und gezielt weiterentwickelt werden können, um mehr Menschen den Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss zu eröffnen.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Nadja Türke (Minor), Dr. Jörg Lippert, Geschäftsführer der Innung SHK Berlin, sowie Dr. Severin Fischer, Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SenWEB).

Dr. Petra Hübner (SANQ e. V.) stellte die wesentlichen Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Nach- und Teilqualifizierung vor. Im Mittelpunkt stand dabei der anerkannte Berufsabschluss als gemeinsames Ziel. Stefan Wieschollek informierte anschließend über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit. Dabei wurden insbesondere das Qualifizierungschancengesetz (QCG) sowie die Erfahrungen und Möglichkeiten der beschäftigungsbegleitenden Nachqualifizierung im Rahmen von InVork thematisiert.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde unter anderem erörtert, wie mehr Menschen für Nach- und Teilqualifizierung gewonnen und mehr Betriebe erreicht werden können. Weitere Fragen betrafen die notwendigen Rahmenbedingungen für Unternehmen sowie das Zusammenspiel von Beratung, Förderung, Qualifizierung und betrieblicher Umsetzung. Diskutiert wurde außerdem, wie bestehende Förderinstrumente in der Praxis besser genutzt werden können und welchen Beitrag Politik, Arbeitsverwaltung, Kammern, Sozialpartner, Innungen, Betriebe und Bildungsorganisationen leisten können.

Das Podium war breit und sozialpartnerschaftlich besetzt. Es diskutierten Micha Klapp, Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung (SenASGIVA), Lutz Neumann (Agentur für Arbeit Berlin Mitte), Yvonne Mayer, Bereichsleiterin Ausbildungs- und Prüfungswesen bei der IHK Berlin, Mario Patuzzi, Referatsleiter Grundsatzfragen Aus- und Weiterbildung beim DGB-Bundesvorstand, sowie Patrick Heber von der Innung und Vorstandsmitglied von SANQ e. V. Damit kamen sowohl Arbeitgeber- und Arbeitnehmerperspektiven als auch die Sichtweisen von Arbeitsverwaltung, Kammer und Politik zu Wort. Unter den Gästen waren neben den Staatssekretären außerdem Dr. Anett Brauner (ZDH/DHKT), Annette Vogel (BMAS), Sebastian Ranft (ZVSHK) und Burkhard Rhein (UVB) sowie zahlreiche weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Arbeitsverwaltung, Kammern, Gewerkschaften, Wirtschaft und beruflicher Bildung.

Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und führte zu lebendigem und praxisnahem Austausch.

Die Fachtagung machte deutlich: Nach- und Teilqualifizierung ist eine gemeinsame Aufgabe. Erfolgreiche Qualifizierungswege entstehen dort, wo Betriebe, Sozialpartner, Kammern und zuständige Stellen, Arbeitsverwaltung, Politik und Bildungsorganisationen eng zusammenarbeiten.

Gemeinsames Ziel ist es, berufliche Potenziale besser zu erschließen, Qualifizierung auch berufsbegleitend zu ermöglichen und mehr Menschen den Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss zu eröffnen. Die Fachtagung bot dafür nicht nur Informationen zu bestehenden Instrumenten und Fördermöglichkeiten, sondern vor allem Raum für den gemeinsamen Austausch darüber, wie vorhandene Strukturen weiterentwickelt werden können.